In einem alten Blogentwurf von mir kommt ein Laptop vor, der schon beim Schreiben kaum hinterherkam. Ich nahm die Hände von der Tastatur und die Buchstaben erschienen einfach weiter auf dem Bildschirm. Ein bisschen wie Zaubern. Nur deutlich weniger praktisch.

Eigentlich wollte ich bloggen. Aber vielleicht erst mit einem neuen Laptop. Und mehr Zeit. Vor allem wollte ich vorher noch herausfinden, wie man das richtig macht. Nach einer Runde Recherche war mein Kopf dann so voll mit Informationen, dass die Lust zu schreiben erst einmal weg war.

Ich mag diese alte Szene, weil sie so wenig nach perfekter Gründungsgeschichte klingt. Da saß eine Frau mit Kaffee, Schlafanzug und rosa Hausschuhen und wollte etwas in die Welt bringen. Der Anfang war ziemlich gewöhnlich. Und trotzdem wichtig.

Eine gute Idee muss noch nicht alles können

Vielleicht hast du auch so eine Idee, die im Kopf schon sehr groß geworden ist. Aus einem Text werden eine ganze Artikelserie, ein Podcast und ein neuer Bereich auf der Website. Irgendwo dazwischen stellt sich noch die Frage nach dem passenden Schriftzug. Natürlich.

Ich möchte dir die Freude daran nicht ausreden. Ideen können Türen öffnen. Aber wir dürfen unterscheiden zwischen einer Möglichkeit, die uns gerade begeistert, und einem Projekt, für das wir tatsächlich Zeit und Verantwortung übernehmen möchten.

Wenn jede neue Idee sofort ein neues Versprechen wird, wird die Liste irgendwann schwer. Dann liegen dort Dinge nebeneinander, die eigentlich ganz verschiedene Plätze brauchen: ein Gedanke für später, eine kleine Spielerei und ein Angebot, mit dem du Geld verdienen möchtest.

Kreativität braucht auch unfertige Versuche

Damals habe ich trotz des Laptops geschrieben. Damit war nicht plötzlich alles leicht. Aber es gab einen Text, mit dem ich weiterarbeiten konnte. Das ist ein anderer Ausgangspunkt als die Vorstellung eines perfekten Blogs, die nur in meinem Kopf existiert.

Für ein heutiges Business kann ein Versuch ebenfalls klein sein. Du beschreibst deine Idee einer passenden Person. Du schreibst einen ersten Absatz. Du zeichnest auf, wie ein Angebot ungefähr aussehen könnte. Du musst daraus noch keinen öffentlichen Launch mit Countdown machen.

Und du darfst feststellen, dass du eine Idee lieber magst, als du sie umsetzen möchtest. Auch das ist eine Information. Ein aufgegebener Versuch ist nicht automatisch ein weiterer Eintrag im persönlichen Projektfriedhof.

Was möchtest du wirklich ausprobieren?

Mir ging es im alten Text darum, Menschen Mut zu machen: für Freude, eigene Vorhaben und ein Leben, dessen Erfolg sie selbst mitdefinieren. Das ist mir weiterhin wichtig. Ich würde heute freundlicher auf die Bedingungen schauen, unter denen jemand beginnt. Zeit, Gesundheit und Unterstützung sind schließlich keine Kleinigkeiten.

Für deine nächste Idee

Was wäre eine kleine, ehrliche Begegnung mit dieser Idee? Etwas, nach dem du mehr weißt als vorher. Es darf unfertig sein und muss noch niemandem etwas beweisen.

Wenn du mit deiner Idee an einem konkreten Business-Punkt festhängst, kannst du dir den NeuroBusiness Design Sprint anschauen. Und wenn du heute einfach einen Absatz schreiben möchtest: Der darf auch mit einer störrischen Tastatur entstehen.