Manchmal beginnt eine große Veränderung mit einem ziemlich kleinen Gedanken: Hä? Wie soll ich darauf jetzt reagieren?

Von dort führt diese Serie durch ziemlich viele Räume meines Lebens. Durch soziale Situationen, in denen ich erst einmal beobachte, was die anderen machen. Durch die Frage, ob etwas Autismus, Trauma, Persönlichkeit oder eine Mischung aus allem ist. Durch Gefühle, die ich manchmal erst finde, wenn sie längst sehr groß geworden sind. Und durch alte Familienregeln darüber, wie freundlich, fleißig, angepasst und belastbar man zu sein hat.

Irgendwann landet all das auch im Business. Denn ich nehme meine Biografie, meine neurologischen Bedingungen und meine erlernten Rollen natürlich mit in meine Selbstständigkeit. Dann wird aus dem angepassten kleinen Mädchen vielleicht die Unternehmerin, die jeden Kundenwunsch erfüllt, zu wenig verlangt und erst sehr spät merkt, dass ihr eigenes Leben im Angebot gar nicht vorkommt.

Unmasking bedeutet für mich nicht: Jetzt müssen alle mit allem klarkommen

Für mich bedeutet Unmasking, genauer hinzusehen: Was gehört wirklich zu mir? Was habe ich gelernt, damit ich dazugehöre? Welche Strategie hat mich früher geschützt – und welche arbeitet heute gegen mich?

Ich möchte dabei keine einfachen Diagnosen über mich oder andere verteilen. Wissenschaft, persönliche Erfahrung und meine eigenen Gedanken dürfen nebeneinanderstehen. Wenn etwas meine Erfahrung oder eine steile These von mir ist, sage ich das auch so.

Die Artikel dieser Serie

  1. Hä? Wie soll ich darauf jetzt reagieren?
  2. Autismus, Trauma oder einfach meine Persönlichkeit?
  3. Wo sind eigentlich meine Gefühle?
  4. Die Rutsche: Wenn meine Impulsivität schneller ist als ich
  5. Darf ich gerade wütend sein – oder bin ich nur zu empfindlich?
  6. Für den Familienfrieden – aber auf wessen Kosten?
  7. Blut ist dicker als Wasser – aber welche Familie trägt mich wirklich?
  8. „Uns wurde doch alles in den Schoß gelegt“
  9. Haste was, biste was? Warum wir trotzdem weniger besitzen wollen
  10. Der Kunde ist König – und ich war das Personal ohne Feierabend

Warum das für dein Business wichtig sein kann

Wenn du dich dein Leben lang zuerst an anderen orientiert hast, passiert das möglicherweise auch mit Kunden, Preisen, Terminen und Angeboten. Dann baust du ein Business, das nach außen funktioniert – aber dich innen immer wieder verlässt.

Der Weg zu einem neurodivergenzfreundlicheren Business beginnt für mich deshalb nicht bei der nächsten Produktivitäts-App. Er beginnt mit Selbsterkenntnis: Was brauche ich? Wie arbeite ich? Welche Grenze schützt meine Energie? Welche Position möchte ich vertreten? Und wo darf ich aufhören, mich kleiner zu machen?

Du kannst die Serie der Reihe nach lesen oder bei dem Artikel einsteigen, der dich gerade ruft. Vielleicht erkennst du dich wieder. Vielleicht widersprichst du mir an einer Stelle. Beides ist willkommen. 💛

Wichtig: Die Texte sind persönliche und fachlich eingeordnete Reflexionen. Sie ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik.